1–10 V Lichtsteuerung – LED-Leuchten einfach und zuverlässig dimmen

Was ist eine 1–10-V-Steuerung?

Bei 1–10 V wird die gewünschte Helligkeit über zwei zusätzliche Steueradern an den LED-Treiber übertragen. Die Höhe der Steuerspannung bestimmt das Dimmniveau:

  • etwa 10 Volt: maximale Helligkeit
  • zwischen 1 und 10 Volt: entsprechende Zwischenstufe
  • etwa 1 Volt: niedrigste Helligkeit des Treibers

Die Steuerspannung versorgt die Leuchte nicht mit Energie. Sie übermittelt lediglich den gewünschten Helligkeitswert. Die eigentliche Stromversorgung erfolgt weiterhin über die 230-Volt-Netzleitung.

Wie weit sich eine Leuchte herunterdimmen lässt, hängt vom eingebauten LED-Treiber ab. Bei vielen klassischen 1–10-V-Treibern liegt die niedrigste Helligkeit bei ungefähr zehn Prozent.

Wie funktioniert die 1–10-V-Lichtsteuerung?

Für die Steuerung wird eine Leuchte mit einem ausdrücklich 1–10-V-fähigen LED-Treiber benötigt. Dieser ist über zwei Steueradern mit einem kompatiblen Regler oder Steuergerät verbunden.

Als Bedienelement kommen beispielsweise infrage:

  • Drehregler
  • Taster mit Steuergerät
  • Sensor
  • Dimmaktor
  • zentrale Gebäudesteuerung
  • geeignetes Funkmodul

Verändert der Regler das Steuersignal, passt der LED-Treiber die Helligkeit der Leuchte entsprechend an.

Welche Leitung wird für 1–10 V benötigt?

Bei einer Leuchte der Schutzklasse I wird meistens eine 5-adrige Leitung zum Stromauslass benötigt:

  • Phase
  • Neutralleiter
  • Schutzleiter
  • Steuerleitung Plus
  • Steuerleitung Minus

Drei Adern dienen der regulären Stromversorgung. Über die beiden zusätzlichen Adern wird das 1–10-V-Steuersignal übertragen.

Eine vorhandene 3-adrige Leitung reicht für eine klassische kabelgebundene 1–10-V-Steuerung normalerweise nicht aus. Bei Neubauten oder Renovierungen sollte die 5-adrige Leitung deshalb bereits während der Elektroplanung berücksichtigt werden.

Je nach Leuchte, Schutzklasse und Steuergerät kann die benötigte Leitungsführung abweichen. Maßgeblich ist immer der Anschlussplan des Herstellers.

Muss die Polarität beachtet werden?

Bei vielen 1–10-V-Systemen sind die Steueranschlüsse mit Plus und Minus gekennzeichnet. Die beiden Steueradern müssen dann entsprechend angeschlossen werden.

Damit unterscheidet sich 1–10 V beispielsweise von DALI, bei dem die beiden Busadern gewöhnlich nicht polaritätsgebunden sind.

Kann man eine 1–10-V-Leuchte vollständig ausschalten?

Bei einer klassischen 1–10-V-Steuerung bedeutet ein Volt normalerweise die niedrigste Helligkeit – nicht „aus“.

Zum vollständigen Ausschalten muss deshalb häufig zusätzlich die Netzspannung unterbrochen werden. Das kann erfolgen über:

  • einen separaten Lichtschalter
  • ein Relais
  • einen Schaltaktor
  • einen Regler mit integriertem Schalter
  • eine übergeordnete Gebäudesteuerung

Einige Treiber und Steuergeräte besitzen eine eigene Ausschaltfunktion. Ob diese vorhanden ist, ergibt sich aus den technischen Daten.

Lassen sich mehrere Leuchten gemeinsam steuern?

Mehrere 1–10-V-Leuchten können an denselben Steuerkreis angeschlossen und gemeinsam gedimmt werden. Alle verbundenen LED-Treiber erhalten dabei dasselbe Helligkeitssignal.

Das eignet sich beispielsweise für:

  • mehrere Pendelleuchten über einem langen Tisch
  • Gruppen von Downlights
  • Büro- und Besprechungsräume
  • Verkaufsflächen
  • Restaurants und Hotels

Wie viele Treiber an ein Steuergerät angeschlossen werden dürfen, hängt von den technischen Daten und der Belastbarkeit des Reglers ab.

Können einzelne Leuchten unabhängig gesteuert werden?

Innerhalb eines einfachen 1–10-V-Steuerkreises können die angeschlossenen Leuchten nicht einzeln angesprochen werden. Alle Leuchten reagieren gemeinsam.

Für mehrere unabhängig dimmbare Gruppen werden getrennte Steuerleitungen und Steuerkanäle benötigt. Sollen viele Leuchten individuell adressiert oder flexibel zu Gruppen zusammengefasst werden, eignet sich DALI besser.

Was ist der Unterschied zwischen 1–10 V und 0–10 V?

Die Bezeichnungen 1–10 V und 0–10 V werden häufig gleichbedeutend verwendet, sind technisch aber nicht zwingend identisch. Bei einer klassischen 1–10-V-Steuerung entspricht ein Volt normalerweise der niedrigsten Helligkeit. Zum Ausschalten wird häufig ein zusätzlicher Schaltkontakt benötigt.

Einige 0–10-V-Systeme können bei null Volt vollständig ausschalten. Je nach Hersteller können sich jedoch auch die elektrische Funktionsweise und die Anschlussbedingungen unterscheiden. Ein 0–10-V-Steuergerät sollte daher nicht ohne Prüfung mit einem 1–10-V-Treiber kombiniert werden.

Kann 1–10 V nachgerüstet werden?

Eine kabelgebundene Nachrüstung ist gut möglich, wenn bereits zwei zusätzliche Steueradern vorhanden sind. Liegt am Stromauslass lediglich eine 3-adrige Leitung, müssen normalerweise weitere Leitungen verlegt werden.

Ist das nicht möglich, kann eine Funksteuerung eine Alternative sein.

1–10 V mit Casambi steuern

Ein passendes Casambi-Modul kann direkt an der Leuchte beziehungsweise am LED-Treiber installiert werden und dort das benötigte 1–10-V-Signal erzeugen.

Die Steuerbefehle werden per Bluetooth übertragen. Dadurch kann für die Verbindung zwischen Wandschalter und Leuchte häufig die vorhandene Netzleitung genutzt werden.

Das Casambi-Modul muss ausdrücklich für 1–10 V geeignet sein. Zusätzlich muss geklärt werden, wie das vollständige Ein- und Ausschalten erfolgt.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zur Casambi-Lichtsteuerung.

Vorteile der 1–10-V-Steuerung

Einfacher Aufbau

Die Steuerung kommt ohne Adressierung und aufwendige Programmierung aus.

Stufenlose Helligkeitsregelung

Kompatible LED-Leuchten lassen sich innerhalb des vom Treiber unterstützten Bereichs kontinuierlich dimmen.

Gemeinsame Steuerung mehrerer Leuchten

Mehrere Leuchten können einfach zu einer gemeinsam dimmbaren Gruppe verbunden werden.

Bewährte Technik

1–10 V wird seit vielen Jahren in privaten und gewerblichen Beleuchtungsanlagen eingesetzt.

Vergleichsweise geringe Systemkosten

Für einfache Leuchtengruppen ist 1–10 V häufig günstiger als eine umfassende digitale Lichtsteuerung.

Nachteile und Grenzen

Zusätzliche Steueradern

Für eine klassische kabelgebundene Installation werden normalerweise zwei zusätzliche Adern benötigt.

Keine individuelle Adressierung

Alle Leuchten eines Steuerkreises werden gemeinsam geregelt.

Keine Rückmeldung

Die Kommunikation erfolgt nur in eine Richtung. Die Leuchte meldet ihren Betriebszustand oder mögliche Störungen normalerweise nicht zurück.

Separates Ausschalten

Viele 1–10-V-Treiber müssen über einen zusätzlichen Schaltkontakt vollständig ausgeschaltet werden.

Begrenzte Möglichkeiten für Lichtszenen

Flexible Gruppen, komplexe Lichtszenen und nachträgliche Änderungen lassen sich nur mit zusätzlichen Steuergeräten umsetzen.

Typische Einsatzbereiche

Die 1–10-V-Steuerung eignet sich vor allem für überschaubare Beleuchtungsanlagen, bei denen eine oder mehrere Leuchtengruppen gemeinsam gedimmt werden sollen.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Wohn- und Essbereiche
  • Büros und Besprechungsräume
  • Hotels und Restaurants
  • Verkaufs- und Ausstellungsräume
  • Praxen und Empfangsbereiche
  • Schulen und öffentliche Gebäude
  • funktionale Gewerbebeleuchtung

1–10 V, Push-Dim, DALI oder Casambi?

System Typische Leitung zur Leuchte Geeignet für
1–10 V meistens 5-adrig Gemeinsam gedimmte Leuchtengruppen
Push-Dim meistens mindestens 4-adrig Einfache Bedienung über einen Taster
DALI meistens 5-adrig Individuell steuerbare Leuchten, Gruppen und Szenen
Casambi häufig 3-adrig ausreichend Kabellose Steuerung und Nachrüstung
Phasendimmung häufig 3-adrig Einfache Dimmung über einen Wanddimmer

1–10 V ist eine gute Wahl, wenn eine überschaubare Gruppe von Leuchten gemeinsam geregelt werden soll. Für individuell adressierbare Leuchten und umfangreiche Lichtszenen bietet DALI mehr Möglichkeiten. Ist keine zusätzliche Steuerleitung vorhanden, kann Casambi eine geeignete Lösung sein.

Häufige Fragen zur 1–10-V-Steuerung

Können normale LED-Leuchtmittel über 1–10 V gedimmt werden?

Gewöhnliche E14-, E27-, G9- oder GU10-LED-Lampen besitzen normalerweise keine 1–10-V-Schnittstelle. Die Technik wird hauptsächlich bei Leuchten mit fest integrierten LEDs und entsprechend ausgestattetem LED-Treiber eingesetzt.

Reicht eine 3-adrige Leitung aus?

Für eine klassische kabelgebundene 1–10-V-Steuerung normalerweise nicht. Zusätzlich zur Stromversorgung werden zwei Steueradern benötigt.

Kann eine 1–10-V-Leuchte bis auf null gedimmt werden?

Bei der klassischen 1–10-V-Steuerung entspricht ein Volt normalerweise der niedrigsten Helligkeit. Das vollständige Ausschalten erfolgt meist über einen zusätzlichen Schaltkontakt.

Können mehrere Leuchten gemeinsam gedimmt werden?

Ja. Mehrere kompatible LED-Treiber können an denselben Steuerkreis angeschlossen werden. Die maximal zulässige Anzahl richtet sich nach dem verwendeten Steuergerät.

Kann man mit 1–10 V Tunable White steuern?

Eine klassische 1–10-V-Schnittstelle steuert nur einen Kanal. Für Tunable White werden mindestens zwei getrennte Steuerkanäle sowie ein entsprechend geeigneter LED-Treiber benötigt.

Fazit: Einfache Steuerung für gemeinsam dimmbare Leuchten

Die 1–10-V-Lichtsteuerung ist eine bewährte und zuverlässige Lösung, wenn mehrere LED-Leuchten gemeinsam stufenlos gedimmt werden sollen.

Sie kommt ohne Programmierung aus und ist für überschaubare Beleuchtungsanlagen gut geeignet. Zu beachten sind jedoch die zwei zusätzlichen Steueradern, die fehlende Einzeladressierung und das bei vielen Systemen separat erforderliche Ausschalten.

Bei einer neuen Lichtplanung sollte deshalb frühzeitig entschieden werden, ob eine einfache Gruppensteuerung ausreicht oder Funktionen wie individuelle Leuchtensteuerung, Lichtszenen und Farbtemperaturregelung gewünscht sind.

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