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Lichtplanung im Büro – professionelle Lichtkonzepte für moderne Arbeitswelten

Gutes Licht im Büro ist kein Zufall

Die Anforderungen an moderne Büroarbeitsplätze haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Offene Arbeitswelten, hybride Arbeitsmodelle, Bildschirmarbeit und flexible Nutzungskonzepte stellen neue Anforderungen an die Beleuchtung. Gleichzeitig verbringen viele Menschen täglich viele Stunden unter künstlichem Licht.

Dennoch wird die Bürobeleuchtung häufig erst am Ende eines Projekts berücksichtigt. Dabei hat Licht einen entscheidenden Einfluss auf Konzentration, Wohlbefinden, Motivation und Leistungsfähigkeit. Eine professionelle Lichtplanung sorgt nicht nur für normgerechte Helligkeit, sondern schafft Arbeitsplätze, an denen Menschen gerne arbeiten.

Bei LAMPADA betrachten wir Lichtplanung daher nicht als reine Berechnung von Lux-Werten, sondern als wichtigen Bestandteil moderner Raumgestaltung. Ziel ist es, funktionale Anforderungen mit einer angenehmen Atmosphäre und einer hochwertigen Gestaltung zu verbinden.

Lichtplanung Büro Anzeigen
Beleuchtung Arbeitsplatz Marset Ambrosia Pro

Warum professionelle Lichtplanung im Büro wichtig ist

Licht ist der unsichtbare Produktivitätsfaktor. Studien belegen, dass schlechte Officebeleuchtung die häufigste Ursache für Augenermüdung, Kopfschmerzen und nachlassende Konzentration am Arbeitsplatz ist – Symptome, die viele Beschäftigte als unvermeidlichen Berufsalltag akzeptieren, obwohl sie vollständig vermeidbar sind.

Gleichzeitig ist Bürobeleuchtung in Deutschland rechtlich geregelt. Die Arbeitsstättenverordnung und die technischen Regeln ASR A3.4 verpflichten Arbeitgeber zu einer normativen Mindestausstattung. Wer diese Anforderungen nicht erfüllt, riskiert bei Betriebsbegehungen Beanstandungen und im Schadensfall Haftungsfolgen.

Professionelle Lichtplanung löst beides gleichzeitig: Sie erfüllt rechtliche Anforderungen, optimiert Sehkomfort und Wohlbefinden der Mitarbeitenden und senkt durch intelligente Steuerung den Energieverbrauch – in der Praxis oft um 30–50% gegenüber konventioneller Bürobeleuchtung.

Besonders in Großraumbüros treten häufig Probleme auf:

  • Blendungen durch falsch positionierte Leuchten
  • Dunkle Arbeitsbereiche
  • Zu hohe Helligkeitsunterschiede
  • Spiegelungen auf Monitoren
  • Unangenehme Lichtfarben
  • Unzureichende Beleuchtung von Besprechungszonen

Diese Probleme entstehen meist nicht durch die Leuchte selbst, sondern durch eine fehlende Planung. Erst ein durchdachtes Beleuchtungskonzept sorgt dafür, dass Licht dort ankommt, wo es benötigt wird.

Wirtschaftliche Perspektive: Die Investition in professionelle Lichtplanung amortisiert sich erfahrungsgemäß innerhalb von 3–5 Jahren – allein durch Energieeinsparung. Hinzu kommen schwerer messbare, aber reale Effekte: weniger Krankentage, höhere Konzentration, bessere Mitarbeiterzufriedenheit.

Gesetze, Normen und Vorschriften für die Bürobeleuchtung

Die Beleuchtung von Arbeitsplätzen ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch gesetzlich geregelt. Arbeitgeber sind verpflichtet, ihren Mitarbeitern eine sichere und gesundheitsgerechte Arbeitsumgebung zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören auch ausreichend beleuchtete Arbeitsplätze und Büroräume.

Grundlage bilden unter anderem die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), die Technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.4 sowie die europäische Norm DIN EN 12464-1. Diese Regelwerke definieren Anforderungen an Beleuchtungsstärke, Blendungsbegrenzung, Gleichmäßigkeit und Farbwiedergabe.

Anforderungen nach DIN EN 12464-1

Die europäische Norm DIN EN 12464-1 ist das zentrale Planungsdokument für Innenraumbeleuchtung. Sie legt für jeden Tätigkeitsbereich drei verbindliche Kennwerte fest:

500 lx

Beleuchtungsstärke Em

Wartungswert auf der Arbeitsfläche (0,75 m). Für CAD/Präzision: 750 lx.

UGR 19

Blendungsbegrenzung

Maximaler UGR für Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Nicht verhandelbar.

Ra ≥ 80

Farbwiedergabe

Mindestwert für alle Bürobereiche. Ra ≥ 90 für anspruchsvolle Sehaufgaben.

Zusätzlich schreibt die Norm eine Gleichmäßigkeit (Uo ≥ 0,6) vor: Das Verhältnis aus minimaler und mittlerer Beleuchtungsstärke darf nicht unter 0,6 fallen. Punktuelle Helligkeit mit dunklen Randbereichen ist also nicht normkonform – eine gleichmäßige Ausleuchtung der gesamten Nutzfläche ist Pflicht.

Hinweis zur Messung: Die Beleuchtungsstärke wird auf der Arbeitsfläche gemessen – also auf dem Schreibtisch in 0,75 m Höhe, nicht auf dem Boden oder an der Wand. Eine Leuchte mit 3.000 Lumen, die 3 Meter über dem Schreibtisch montiert ist, liefert auf der Arbeitsfläche unter Umständen weit weniger als 500 Lux.

Blendfreiheit und UGR-Wert in der Planung

Der UGR-Wert (Unified Glare Rating) ist einer der am häufigsten unterschätzten Planungsparameter. Während Lux-Werte und Lumen sich leicht messen und kommunizieren lassen, ist Blendung schwerer greifbar – und doch ist sie oft die entscheidende Ursache für Augenermüdung und Unbehagen am Arbeitsplatz.

BELUX Office Leuchten

In der Lichtplanung wird der UGR-Wert nicht nur durch die Leuchtenauswahl bestimmt, sondern auch durch:

  • Montagehöhe und -position: Je näher eine Leuchte am Gesichtsfeld des Nutzers hängt, desto höher der wahrgenommene UGR. Leuchten außerhalb des direkten Sichtfelds (seitlich, hinter dem Monitor) blenden weniger.
  • Leuchtdichte der Leuchte: Kleinflächige, hochintensive LEDs ohne Diffusor erreichen UGR-Werte weit über 22. Großflächige, mikroprismatische Abdeckungen verteilen die Leuchtdichte gleichmäßig und senken den UGR zuverlässig unter 19.
  • Reflexionsgrade im Raum: Helle Decken und Wände streuen Licht diffus und reduzieren den wahrgenommenen Kontrast zur Leuchte. Dunkle Oberflächen verschlimmern die Blendwirkung.
  • Indirekter Lichtanteil: Leuchten mit Indirektanteil (Direkt/Indirekt-Pendel, Deckenfluter) reduzieren die Blendwirkung signifikant, indem sie die Decke aufhellen und Kontraste im Raum abbauen.

Planungshinweis: Bei der Auswahl von Büropendelleuchten und Deckenleuchten immer auf den dokumentierten UGR-Wert im Datenblatt achten – angegeben als „UGR < 19″ für eine bestimmte Raumgröße und Montagehöhe. Leuchten ohne UGR-Angabe sind für normkonforme Arbeitsplätze nicht geeignet. → UGR-Wert ausführlich erklärt

Human Centric Lighting: Licht nach dem Biorhythmus

Human Centric Lighting (HCL) ist das Prinzip, Kunstlicht so zu gestalten, dass es den natürlichen Tagesverlauf und den menschlichen Biorhythmus unterstützt. Der Hintergrund: Licht beeinflusst über das Auge nicht nur das Sehen, sondern auch die Ausschüttung von Cortisol (Wachheit) und Melatonin (Schlaf). Blaues, kühles Licht am Morgen aktiviert – warmes, gedimmtes Licht am Abend bereitet auf Schlaf vor.

Ziel ist die Schaffung von biologisch hochwertigem Licht, das den Menschen nicht nur bei der Sehaufgabe unterstützt, sondern gleichzeitig positive Auswirkungen auf Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Gesundheit haben kann. Moderne Lichtkonzepte orientieren sich deshalb zunehmend am natürlichen Tageslicht und dessen dynamischen Veränderungen im Tagesverlauf.

Im Bürokontext bedeutet HCL: Die Beleuchtung verändert sich automatisch über den Arbeitstag – in Helligkeit und Farbtemperatur. Moderne DALI-2- und Casambi-Systeme ermöglichen diese Dynamik vollautomatisch.

Uhrzeit Kelvin Wirkung & Empfehlung
6–9 Uhr
5.000 K
Kühles, helles Licht — aktiviert den Organismus, fördert Wachheit und Konzentration beim Arbeitsbeginn
9–13 Uhr
4.000 K
Neutralweißes Hochleistungslicht — Hauptarbeitsphase, volle Konzentration, 500+ Lux auf der Arbeitsfläche
13–14 Uhr
3.000 K
Wärmeres, gedimmtes Licht — Mittagspause, Erholung, Regeneration
14–17 Uhr
4.000 K
Erneut neutralweiß und hell — bekämpft das Nachmittagstief, hält die Konzentration bis Arbeitsende
Ab 17 Uhr
2.700 K
Warmweißes, gedimmtes Licht — bereitet den Körper auf die Abendphase vor, fördert die spätere Schlafqualität

HCL ist kein Luxus, sondern eine messbare Investition in Gesundheit und Produktivität. Studien zeigen eine Reduktion von Kopfschmerzen um bis zu 60% und eine Verbesserung der Konzentration um 15–20% in HCL-ausgestatteten Büros gegenüber konventioneller Beleuchtung. → Human Centric Lighting bei LAMPADA

Gerade in Büroräumen mit wenig Tageslicht oder in innenliegenden Arbeitsbereichen kann biologisch wirksames Licht dazu beitragen, die innere Uhr zu stabilisieren, Müdigkeit zu reduzieren und die Konzentrationsfähigkeit über den gesamten Arbeitstag hinweg zu unterstützen.

Gute Beleuchtung passt sich den Bedürfnissen der Menschen an

Nicht jeder Mensch nimmt Licht gleich wahr. Alter, Sehvermögen, Tätigkeit und persönliche Vorlieben beeinflussen, welche Lichtverhältnisse als angenehm empfunden werden. Hinzu kommen die natürlichen Schwankungen des Tageslichts sowie die jahreszeitlichen Veränderungen zwischen Sommer und Winter.

GRAU Team Connect Tischleuchte

Während an einem hellen Sommertag häufig weniger künstliches Licht benötigt wird, steigt in den dunklen Wintermonaten der Bedarf an hochwertiger Beleuchtung deutlich an. Moderne Lichtkonzepte berücksichtigen diese Veränderungen und passen Helligkeit sowie Lichtfarbe flexibel an die jeweiligen Bedingungen an.

Eine professionelle Lichtplanung schafft deshalb nicht nur normgerechte Arbeitsplätze, sondern sorgt dafür, dass Mitarbeitende zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten optimale Lichtverhältnisse vorfinden. Das steigert Komfort, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit im gesamten Büroraum.

Lichtplanung beginnt mit der Analyse des Raumes

Jeder Büroraum stellt individuelle Anforderungen an die Beleuchtung. Bevor geeignete Leuchten ausgewählt werden können, müssen zunächst die räumlichen Gegebenheiten analysiert werden:

  • Raumgröße und Raumhöhe
  • Fensterflächen und Tageslichteinfall
  • Möblierung
  • Anzahl der Arbeitsplätze
  • Bildschirmarbeitsplätze
  • Verkehrswege
  • Besprechungszonen
  • Empfangsbereiche

Erst auf Basis dieser Informationen lässt sich ein schlüssiges Beleuchtungskonzept entwickeln.

Professionelle Lichtplaner arbeiten dabei mit spezieller Software wie DIALux oder Relux. Dadurch können Beleuchtungsstärken, Blendungswerte und Lichtverteilungen bereits vor der Installation präzise simuliert und optimiert werden

Natürliches Licht und Tageslicht optimal nutzen

Natürliches Licht ist die wertvollste Lichtquelle in jedem Büro. Tageslicht verbessert das Wohlbefinden, unterstützt den natürlichen Biorhythmus und kann die Konzentrationsfähigkeit deutlich steigern. Deshalb beginnt eine professionelle Lichtplanung immer mit der Analyse der vorhandenen Fensterflächen, der Himmelsrichtung und des Tageslichteinfalls.

Je nach Lage und Architektur eines Büroraums können große Unterschiede bei der natürlichen Belichtung entstehen. Während Arbeitsplätze in Fensternähe oft über ausreichend Tageslicht verfügen, benötigen innenliegende Bereiche zusätzliche künstliche Beleuchtung.

Moderne Lichtkonzepte berücksichtigen deshalb das Zusammenspiel von Tageslicht und Kunstlicht. Mithilfe von Tageslichtsensoren und intelligenter Lichtsteuerung wird die Beleuchtungsstärke automatisch angepasst. So entsteht jederzeit ein angenehmes Lichtniveau bei gleichzeitig reduziertem Energieverbrauch.

Besonders in modernen Bürogebäuden spielt die optimale Nutzung von Tageslicht eine zentrale Rolle, um Arbeitsplätze komfortabel, energieeffizient und gesundheitsfördernd zu gestalten.

Lichtplanung nach Raumtyp

Unterschiedliche Büroräume stellen unterschiedliche Anforderungen an die Lichtplanung und das jeweilige Lichtkonzept. stellen unterschiedliche Anforderungen an das Lichtkonzept. Ein Einzelbüro folgt anderen Planungsregeln als ein Großraum, ein Besprechungsraum hat andere Prioritäten als ein Empfangsbereich. Die folgenden Konzepte decken alle relevanten Büroraumtypen ab.

Einzelbüro

500 lx  |  UGR 19  |  15–30 m²

Im Einzelbüro steht die ergonomische Arbeitsplatzbeleuchtung im Vordergrund. Durch die geringe Raumgröße reichen oft 2–3 Pendelleuchten oder ein Lichtband für die Grundbeleuchtung aus, ergänzt durch eine Schreibtischleuchte.

Besondere Herausforderung: Monitor-Position zum Fenster. Bildschirm seitlich zum Fenster ausrichten, niemals mit dem Rücken oder dem Gesicht zum Fenster sitzen. Jalousien oder Blendschutz sind in Einzelbüros mit Südausrichtung Pflicht.

Dimmbarkeit ist im Einzelbüro besonders wertvoll: Der Nutzer kann Helligkeit und Farbtemperatur individuell anpassen – ein entscheidender Faktor für Wohlbefinden und Akzeptanz der Beleuchtungsanlage.

Empfehlung: Direkt/Indirekt-Pendelleuchte + dimmbare Schreibtischleuchte

Großraumbüro

500 lx  |  UGR 19  |  ab 50 m²

Großraumbüros sind die anspruchsvollste Planungsaufgabe: unterschiedliche Nutzer mit verschiedenen Sehbedürfnissen, wechselnde Tischbelegung, hohe Anforderungen an Gleichmäßigkeit (Uo ≥ 0,6) und Blendschutz.

Standard ist ein gleichmäßiges Rasterdeckensystem aus LED-Panels oder ein Lichtbandsystem, das die gesamte Nutzfläche gleichmäßig ausleuchtet. Präsenzmelder und Tageslichtregelung sind in Großraumbüros wirtschaftlich zwingend – sie sparen bis zu 40% Energie.

In modernen Konzepten werden Großraumbüros in Zonen unterteilt: Fokuszonen (heller, kühler), Kommunikationszonen (wärmer, gedimmter) und Ruhezonen (warm, reduziert). DALI-2 ermöglicht diese Zonierung vollautomatisch.

Empfehlung: Lichtbandsystem oder Rasterdecke + DALI-2-Steuerung mit Tageslichtregelung

Besprechungsraun

500 lx  |  UGR 19  |  dimmbar

Besprechungsräume müssen flexibel beleuchtet werden: Volle Helligkeit für Arbeits-Meetings, gedimmtes Licht für Präsentationen, warmweißes Stimmungslicht für informelle Gespräche.

Die zentrale Pendelleuchte über dem Konferenztisch ist das gestalterische Herzstück. Direkt/Indirekt-Pendel mit DALI-Dimmer und mindestens zwei Lichtszenen (Arbeit / Präsentation) sind heute Standard in hochwertigen Besprechungsräumen.

Wichtig: Beamer und Leinwand separat planen. Das Deckenlicht muss in Präsentationsszene auf der Leinwand-Seite abgedunkelt werden können, ohne den gesamten Raum zu verdunkeln – das erfordert zonenweise Steuerung.

Empfehlung: Repräsentative Pendelleuchte + 2–3 Lichtszenen per DALI oder Casambi

Empfang und Lounge

300 lx  |  UGR < 22  |  repräsentativ

Empfangs- und Loungezonen folgen anderen Prioritäten: Hier zählen Atmosphäre, Markenidentität und erster Eindruck mindestens so viel wie Normkonformität. Die Lux-Anforderungen sind mit 300 lx niedriger als im Bürobereich, dafür sind gestalterische Qualität und emotionale Wirkung entscheidend.

Indirekte Wandfluter, dekorative Pendelleuchten und gerichtete Akzentspots kombiniert mit warmweißem Licht (2.700–3.000 K) erzeugen die gewünschte einladende Atmosphäre.

Rezeptionstheken benötigen zusätzlich gezieltes Arbeitslicht auf der Arbeitsfläche – separate Unterbau- oder Einbau-Leuchten sichern dort die 300–500 Lux, die für die Bildschirmarbeit des Empfangspersonals erforderlich sind.

Empfehlung: Dekorative Pendelleuchten + Wandfluter + gezielte Akzentspots, 2.700–3.000 K

Homeoffice

300 lx  |  UGR < 19  |  privater Raum

Das Homeoffice ist der Raumtyp, der in den letzten Jahren am stärksten an Bedeutung gewonnen hat – und gleichzeitig am häufigsten beleuchtungstechnisch vernachlässigt wird. Viele Heimarbeitsplätze entsprechen weder den ergonomischen Empfehlungen noch – bei dauerhaften Telearbeitsplätzen – den gesetzlichen Anforderungen.

Die häufigsten Fehler im Homeoffice: Einzige Lichtquelle ist die Schreibtischleuchte (Inselbeleuchtung, hohe Kontraste). Wohnraumleuchten mit 2.700 K und ohne UGR-Angabe werden für Dauerarbeit genutzt. Monitor steht direkt vor dem Fenster (Gegenlicht, Reflexionen).

Die Lösung: Grundbeleuchtung mit einer entblendeten Deckenleuchte (UGR < 19, 4.000 K), ergänzt durch eine seitlich positionierte Schreibtischleuchte. Dimmbarkeit beider Leuchten ermöglicht optimale Anpassung an Tageszeit und Tätigkeit. Bei dauerhafter Telearbeit empfiehlt sich das Gespräch mit dem Arbeitgeber – er ist verpflichtet, normkonforme Beleuchtung sicherzustellen oder finanziell zu unterstützen.

Empfehlung: UGR < 19-Deckenleuchte 4.000 K + dimmbare Schreibtischleuchte seitlich positioniert

Lichtschichten im Büro: Das Drei-Ebenen-Prinzip

Professionelle Bürobeleuchtung arbeitet immer mit mindestens zwei, idealerweise drei Lichtebenen. Das Schicht-Prinzip sorgt für Gleichmäßigkeit, Flexibilität und Sehkomfort.

  • 1
    Grundbeleuchtung
    Ebene 1
    Gleichmäßige Ausleuchtung der gesamten Raumfläche. Sichert die Normkonformität (500 lx, Uo ≥ 0,6). Typisch: Rasterdecke, LED-Panels, Lichtband. Die Grundbeleuchtung allein sollte mindestens 300 lx auf der Arbeitsfläche liefern.
  • 2
    Arbeitsplatzbeleuchtung
    Ebene 2
    Gezieltes, individuell regelbares Licht direkt am Schreibtisch. Ergänzt die Grundbeleuchtung auf die geforderten 500 Lux. Typisch: Schreibtischleuchte, Stehleuchte mit Direktanteil. Ermöglicht individuelle Helligkeitsanpassung – wichtig in Teams mit unterschiedlichen Sehbedürfnissen.
  • 3
    Akzent- und Stimmungslicht
    Ebene 3
    Optionale dritte Ebene für Wohlbefinden, Zonierung und Raumwirkung. Wandfluter, dekorative Leuchten, Akzentspots für Kunstwerke oder Markenelemente. In Empfangsbereichen und Lounges oft die wichtigste Ebene.

Indirektes Licht als Schlüsselelement: Leuchten mit Indirektanteil (typisch 40–50% nach oben) hellen die Decke auf und schaffen eine gleichmäßige, diffuse Grundhelligkeit. Das reduziert harte Schatten, senkt den wahrgenommenen UGR-Wert und verbessert die Raumwirkung erheblich. In hochwertiger Büroplanung ist ein Indirektanteil von mindestens 10% heute Standard.

Lichtsteuerung: DALI, Casambi und mehr

Moderne Bürobeleuchtung wird nicht mehr nur ein- und ausgeschaltet. Intelligente Steuerungssysteme passen Helligkeit und Farbtemperatur automatisch an Tageszeit, Belegung und Tageslichteinfall an – und machen damit den Unterschied zwischen einer guten und einer exzellenten Lichtplanung.

Dali-2

Kabelgebunden · Gewerbe

Das professionelle Standard-Busprotokoll für gewerbliche Beleuchtungssteuerung. Jede Leuchte ist einzeln adressierbar, Gruppen und Szenen sind frei konfigurierbar. Tageslichtregelung, Präsenzerfassung und Konstant-Licht-Regelung sind direkt integrierbar.

DALI-2 erfordert eine dedizierte Verkabelung – ideal bei Neubau oder Renovierung. Robuste, zukunftssichere Lösung für Büros ab 10–15 Leuchten.

Ideal für: Großraumbüros, Neubauten, gewerbliche Objekte

Casambi

Bluetooth · Kabellos

Bluetooth-Mesh-Steuerung ohne zusätzliche Steuereinheit. Leuchten mit Casambi-Modul kommunizieren direkt miteinander und werden per App gesteuert. Keine separate Verkabelung nötig – ideal für Nachrüstung in Bestandsgebäuden.

Casambi unterstützt ebenfalls Szenen, Zeitprogramme, Tageslichtregelung und Präsenzsensorik. Intuitive App-Bedienung, einfache Erstinstallation.

Ideal für: Bestandsgebäude, Renovierungen, flexible Bürokonzepte

KNX / WLAN

Gebäudeautomation

KNX ist das Gebäudeautomationsprotokoll für umfassende Smart-Building-Konzepte: Licht, Heizung, Jalousien und Sicherheitstechnik in einem System. Hoher Installationsaufwand, maximale Funktionalität.

WLAN-basierte Systeme (z.B. Philips Hue Business) sind einfach zu installieren, aber weniger skalierbar und abhängig von der WLAN-Infrastruktur. Für kleinere Büros und Homeoffice oft ausreichend.

KNX: Großprojekte / WLAN: Kleine Büros, Homeoffice

Energieeinsparung durch Steuerung: Tageslichtregelung (Konstant-Licht-Regelung) spart im Durchschnitt 25–35% Energie. Präsenzmelder reduzieren den Verbrauch in Fluren, Besprechungsräumen und Sanitärbereichen um weitere 20–40%. In der Summe können intelligente Steuerungssysteme den Beleuchtungs-Energieverbrauch eines Bürogebäudes um bis zu 50% senken.

Typische Planungsfehler bei der Büro-Lichtplanung

  • Lichtplanung als Nachgedanke: Beleuchtung wird erst nach Fertigstellung der Elektroinstallation geplant – dann sind Kabelwege, Dosenpositionen und Schaltkreise bereits festgelegt. Professionelle Lichtplanung beginnt parallel zur Elektroplanung, nicht danach.
  • Nur eine Lichtquelle für den gesamten Raum: Eine zentrale Deckenleuchte kann selten alle Anforderungen gleichzeitig erfüllen. Lichtschichten (Grund-, Arbeitsplatz-, Akzentlicht) sind kein Luxus, sondern planerisches Grundprinzip.
  • Keine Zonensteuerung im Großraum: Ein einziger Schaltkreis für 50 Arbeitsplätze ist ineffizient und unflexibel. Zonen nach Tages- und Belegungslogik zu unterteilen ist wirtschaftlich und nutzerseitig entscheidend.
  • Tageslicht nicht in die Planung einbezogen: Fensterflächen, Himmelsrichtung und Reflexionsgrade der Oberflächen beeinflussen, wie viel Kunstlicht wirklich gebraucht wird. Wer diese Faktoren ignoriert, überbeleuchtet und verschwendet Energie.
  • Wartungsfaktor vergessen: LED-Leuchten verlieren über die Zeit an Lichtstrom. Professionelle Planung berücksichtigt den Wartungswert (typisch 0,8) – damit auch nach Jahren noch 500 Lux auf der Arbeitsfläche ankommen.
  • Günstige Leuchten ohne UGR-Angabe: Wer bei der Leuchtenauswahl nur auf Lumen und Preis achtet, riskiert Blendwirkungen, die alle anderen Planungsleistungen zunichtemachen. UGR < 19 ist bei Büroarbeitsplätzen nicht optional.
  • Nutzer nicht einbezogen: Lichtplanung, die ohne Kenntnis der Tätigkeiten und Bedürfnisse der Nutzer entsteht, verfehlt ihr Ziel. Welche Sehaufgaben finden statt? Gibt es Mitarbeitende mit besonderen Sehbedürfnissen? Diese Fragen gehören in jede professionelle Planung.

So läuft eine professionelle Büro-Lichtplanung ab

Eine professionelle Lichtplanung folgt einem klar strukturierten Prozess. Die folgenden Schritte beschreiben den Ablauf bei LAMPADA – von der ersten Kontaktaufnahme bis zur abgenommenen Installation.

  • 1
    Erstgespräch & Bedarfsklärung
    Erfassung der Raumsituation, Nutzungsanforderungen, Tätigkeiten, Budget und gestalterischen Ziele. Klärung ob Neubau, Renovierung oder Nachrüstung. Festlegung ob DALI, Casambi oder einfache Lösung gewünscht ist.
  • 2
    Raumaufnahme & Analyse
    Erfassung von Grundriss, Deckenhöhe, Fensterflächen, Himmelsrichtung und Reflexionsgraden. Bei Bestandsgebäuden: Analyse der vorhandenen Elektroinstallation und bestehenden Leuchten. Fotodokumentation.
  • 3
    Lichtberechnung & Simulation
    Erstellung einer professionellen Lichtberechnung mit Planungssoftware (Dialux / Relux). Berechnung von Beleuchtungsstärke (Em), Gleichmäßigkeit (Uo), UGR-Wert und Energieverbrauch. Visualisierung der Lichtverteilung als Falschfarben-Renderings und 3D-Simulation.
  • 4
    Konzept & Leuchtenauswahl
    Auf Basis der Berechnung werden geeignete Leuchten aus dem LAMPADA-Sortiment ausgewählt. Berücksichtigung von Normanforderungen, Ästhetik, Energieeffizienz und Budget. Erstellung eines vollständigen Lichtkonzepts mit Grundrissplan, Leuchtenplan und Stückliste.
  • 5
    Steuerungskonzept
    Planung des Steuerungssystems: Schaltgruppen, Dimmerkreise, Szenen, Tageslichtregelung, Präsenzerfassung. Abstimmung mit dem Elektroplaner oder Elektrobetrieb. Bei DALI-Projekten: Adressierungsplan und Systemkonfiguration.
  • 6
    Umsetzung & Inbetriebnahme
    Koordination mit dem ausführenden Elektrobetrieb. Lieferung und – auf Wunsch – Montage der Leuchten durch LAMPADA-Partner. Inbetriebnahme und Konfiguration des Steuerungssystems. Einweisung der Nutzer.
  • 7
    Abnahme & Dokumentation
    Messung der tatsächlichen Beleuchtungsstärke auf den Arbeitsflächen. Abgleich mit den Planungswerten. Übergabe der vollständigen Dokumentation: Lichtberechnung, Leuchtenplan, Schaltpläne, Betriebsanleitungen.

Lichtplanung für Büros durch LAMPADA

Ob Einzelbüro, Agentur, Kanzlei, Arztpraxis, Besprechungsraum oder modernes Großraumbüro – jede Arbeitsumgebung stellt individuelle Anforderungen an die Beleuchtung.

Unsere erfahrenen Lichtplaner entwickeln maßgeschneiderte Lichtkonzepte und Beleuchtungslösungen für Büroräume jeder Größe. Die entwickelten Lichtkonzepte verbinden Normkonformität, Energieeffizienz und eine hochwertige Raumwirkung miteinander.

Dabei greifen wir auf hochwertige Leuchten renommierter Hersteller zurück und berücksichtigen sowohl technische Normen als auch die gewünschte Atmosphäre.

LAMPADA ist Ihr Fachpartner für professionelle Lichtplanung in Nürnberg und bundesweit. Mit über 50 Jahren Erfahrung in der Beleuchtungsbranche, einem 450 m² großen Showroom und einem Team aus erfahrenen Lichtplanern begleiten wir Projekte vom ersten Gespräch bis zur abgenommenen Installation.

Lichtplanung Autohaus

Vorteile einer professionellen Lichtplanung

Ein professioneller Lichtplaner vereint technisches Know-how mit gestalterischer Sensibilität. Sie erhalten nicht nur funktionale Beleuchtung, sondern ein Lichtkonzept, das Ihre Räume emotional auflädt und atmosphärisch gestaltet.

Zusammenarbeit mit Lichtplanern und Architekten

Die besten Ergebnisse entstehen, wenn Lichtplanung frühzeitig in den Planungsprozess eingebunden wird – idealerweise parallel zur Architektur oder Innenarchitektur. So kann Licht als integraler Bestandteil des Gesamtkonzepts wirken.

Lichtplanung Kosten-Nutzen-Verhältnis

Professionelle Lichtplanung ist eine Investition, die sich langfristig auszahlt – durch gesteigerten Wohnkomfort, optimierte Funktionalität, geringere Energiekosten und ein harmonischeres Raumgefühl.

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Häufige Fragen zur Büro-Lichtplanung

Professionelle Lichtplanung lohnt sich grundsätzlich ab dem ersten Arbeitsplatz – gerade im Homeoffice sind Fehlinvestitionen in falsche Leuchten teurer als eine kurze Beratung. Für Objekte ab 50 m² und mehrere Arbeitsplätze ist eine strukturierte Planung mit Lichtberechnung und Steuerungskonzept wirtschaftlich zwingend sinnvoll. Ab 200 m² empfehlen wir immer eine vollständige Dialux-Planung mit Visualisierung, da die Entscheidungsgrundlage für Investitionen dieser Größenordnung eine belastbare Berechnung erfordert.
Elektroplanung regelt Kabelwege, Schaltkreise, Absicherungen und normgerechte Elektroinstallation. Lichtplanung befasst sich mit der lichttechnischen Qualität: Welche Leuchte wo und wie montiert wird, damit die Normanforderungen erfüllt, Blendung vermieden und die gewünschte Atmosphäre erzeugt wird. Beide Disziplinen müssen eng zusammenarbeiten – Lichtplanung zuerst, Elektroplanung danach. In der Praxis werden beide oft von verschiedenen Fachleuten verantwortet, die frühzeitig koordiniert werden müssen.
Ja – LED-Nachrüstung ist in fast allen Bestandsbüros möglich. Bei T5/T8-Leuchtstofflampen können entweder LED-Retrofit-Röhren eingesetzt oder die Gehäuse gegen neue LED-Wannen ausgetauscht werden. Letzteres ist wirtschaftlich oft sinnvoller, da moderne LED-Leuchten nicht nur effizienter sind, sondern auch bessere Lichtwerte (UGR, Gleichmäßigkeit) liefern. Für die Nachrüstung mit Steuerungssystemen empfehlen wir Casambi – keine neue Verkabelung nötig, einfache Nachrüstung.
Ja – bereits im Homeoffice oder Einzelbüro ist HCL umsetzbar und sinnvoll. Die einfachste Variante: eine dimmbare Leuchte mit einstellbarer Farbtemperatur (Tunable White), die manuell oder per App nach Tageszeit angepasst wird. Vollautomatisches HCL mit DALI oder Casambi ist ab ca. 5–6 Leuchten wirtschaftlich. Die messbare Wirkung auf Schlafqualität, Konzentration und allgemeines Wohlbefinden ist selbst bei einfachen Lösungen spürbar – der Aufpreis gegenüber Standardleuchten ist bei hochwertigen Produkten gering.

Lichtplanung leicht gemacht

2026-06-04T05:01:14+02:00
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