...
Lichtplanung Haus2026-04-17T06:46:58+02:00

Lichtplanung im Haus

Der große Guide für durchdachtes Licht im Eigenheim

Räume inszenieren, Stimmungen gestalten

Licht ist mehr als Beleuchtung. Es beeinflusst, wie wir Räume wahrnehmen, wie wohl wir uns fühlen und wie produktiv wir sind. Zu helles Licht macht Wohnräume ungemütlich, zu wenig Licht in der Küche wird schnell zur Unfallquelle, falsches Licht im Schlafzimmer stört den Schlaf-Wach-Rhythmus. Gleichzeitig ist Licht eines der wenigen Gestaltungsmittel, das nachträglich kaum noch zu korrigieren ist – zumindest nicht ohne erheblichen Aufwand. Wer die Elektroleitungen erst einmal in der Wand hat, legt die Grundstruktur seiner Beleuchtung für Jahrzehnte fest.

Vibia Bind im Wohnraum

Das bedeutet: Wer beim Neubau oder bei einer umfassenden Sanierung nicht von Anfang an an die Lichtplanung denkt, verbaut sich Möglichkeiten, die sich später nur schwer oder gar nicht mehr nachholen lassen. Hinzu kommt die Energieeffizienz: Eine durchdachte Lichtplanung mit LED-Technik, sinnvoll gesetzten Schaltkreisen und optionaler Smart-Home-Anbindung spart langfristig Strom – und damit bares Geld.

Die drei Ebenen des Lichts – das Fundament jeder Lichtplanung

Professionelle Lichtplanung basiert auf einem einfachen, aber wirkungsvollen Prinzip: Licht wird in drei Ebenen unterteilt, die zusammen ein harmonisches Gesamtbild ergeben.

1. Grundbeleuchtung (Allgemeinlicht)

Die Grundbeleuchtung sorgt für eine gleichmäßige Grundhelligkeit im Raum. Sie ermöglicht die sichere Nutzung und Orientierung – unabhängig von Tageszeit und natürlichem Lichteinfall. Typische Lösungen sind Deckenleuchten, Einbaustrahler oder indirekte Beleuchtung über Lichtvouten.

Wichtig: Die Grundbeleuchtung sollte nicht die einzige Lichtquelle im Raum sein. Wer ausschließlich auf gleichmäßiges Deckenlicht setzt, erzeugt flache, ausdruckslose Räume ohne Tiefe.

2. Zonenlicht (Arbeits- und Funktionslicht)

Zonenlicht beleuchtet gezielt bestimmte Bereiche, in denen konzentriertes Licht benötigt wird: die Küchenarbeitsfläche, den Schreibtisch, den Waschtisch im Bad. Es ergänzt die Grundbeleuchtung und sorgt dafür, dass Tätigkeiten sicher und komfortabel ausgeführt werden können.

3. Akzentbeleuchtung (Stimmungs- und Dekorationslicht)

Akzentlicht setzt gezielte Lichtpunkte – auf Kunstwerke, Regale, Architekturdetails oder Pflanzen. Es schafft Tiefe, Dramatik und Atmosphäre. Gleichzeitig lenkt es den Blick und strukturiert den Raum visuell.

Eine gute Lichtplanung für das Haus verbindet alle drei Ebenen – flexibel schaltbar und auf die jeweilige Nutzungssituation abgestimmt.

Tageslicht – die wichtigste Lichtquelle im Haus

Bevor künstliches Licht überhaupt ins Spiel kommt, sollte eine gute Lichtplanung immer mit dem Tageslicht beginnen. Natürliches Licht ist die gesündeste, stimmungsvollste und energieeffizienteste Lichtquelle, die es gibt – und sie ist kostenlos.

Tageslicht im Winter gegen Winterblues

Tageslicht beeinflusst unseren circadianen Rhythmus, also den biologischen Tag-Nacht-Takt des menschlichen Körpers. Es steuert die Ausschüttung von Melatonin und Cortisol, beeinflusst Stimmung, Schlafqualität und Leistungsfähigkeit. Wer tagsüber ausreichend natürliches Licht erhält, schläft nachts besser und fühlt sich insgesamt wacher und ausgeglichener.

Für die Lichtplanung bedeutet das: Tageslicht und künstliches Licht sind keine Gegensätze, sondern Partner. Kunstlicht ergänzt das Tageslicht dort, wo es nicht ausreicht – und sollte es möglichst natürlich imitieren, wo es fehlt.

Was eine gute Tageslichtplanung ausmacht:

  • Fensterflächen und Himmelsausrichtung – Südausrichtung liefert im Winter wertvolle Sonneneinstrahlung, Nordlicht ist gleichmäßig und blendfrei. Ostfenster belichten Küche und Frühstücksbereich morgens optimal, Westfenster nutzen das Abendlicht im Wohn- und Essbereich.
  • Raumtiefe beachten – Tageslicht dringt in der Regel nur 2,5- bis 3-mal so tief in einen Raum ein, wie das Fenster hoch ist. Tiefe Räume mit kleinen Fenstern sind chronisch unterbelichtet – hier muss Kunstlicht früher und intensiver einspringen.
  • Lichtlenkung nutzen – Lichtlenksysteme, helle Laibungen, Oberlichter und Lichtschächte können Tageslicht gezielt tiefer in Räume führen.
    Blend- und Wärmeschutz – Große Südfenster ohne Verschattung führen im Sommer zu Überhitzung. Außenliegender Sonnenschutz ist effizienter als innen liegender.
  • Helle Oberflächen – Wände, Decken und Böden in hellen Farbtönen reflektieren Tageslicht und verteilen es gleichmäßiger im Raum. Dunkle Materialien schlucken Licht und erhöhen den Bedarf an Kunstlicht erheblich.

Tageslicht und künstliches Licht verzahnen:

Eine kluge Lichtplanung sieht vor, dass Kunstlicht automatisch oder manuell zugeschaltet wird, wenn das Tageslicht nicht ausreicht – zum Beispiel über tageslichtabhängige Dimmsteuerungen oder einfach über gut positionierte, schaltbare Lichtkreise. Ziel ist immer eine gleichmäßige, angenehme Gesamthelligkeit – unabhängig von Wetter und Tageszeit.

Raumweise Lichtplanung – was in welchem Zimmer zählt

Jeder Raum im Haus hat andere Anforderungen an die Beleuchtung. Hier die wichtigsten Räume mit konkreten Planungshinweisen.

Wohnzimmer

Das Wohnzimmer ist der Raum mit den vielfältigsten Anforderungen: Entspannung, Geselligkeit, Fernsehen, Lesen – all das stellt unterschiedliche Ansprüche ans Licht. Entsprechend wichtig ist hier ein mehrschichtiges Lichtkonzept mit mindestens drei bis vier unabhängig schaltbaren Lichtkreisen.

Empfehlungen:

  • Indirekte Deckenbeleuchtung für diffuses Grundlicht
  • Stehleuchten oder Wandleuchten für warmes Ambientelicht
  • Leseleuchten neben Sofa und Sessel
  • Akzentleuchten für Regal, Sideboard oder Kunstwerke
  • Lichtfarbe: warmweiß, 2.700–3.000 Kelvin

Smart-Home-Integration lohnt sich hier besonders: Szenen für Film, Lesen, Geselligkeit oder Entspannung lassen sich per App oder Sprache aufrufen.

Für die allgemeine Nutzung genügen 100–300 Lux als Grundhelligkeit; zum Lesen sollte lokal mindestens 500 Lux erreicht werden. Dunkle Wandfarben oder schwere Vorhänge können den Tageslichtanteil erheblich reduzieren und erfordern entsprechend mehr Kunstlicht.

Küche

Die Küche ist ein Arbeitsraum – Sicherheit und Funktionalität stehen im Vordergrund. Schlechte Beleuchtung an der Arbeitsfläche ist ein häufiger Planungsfehler, der sich im Alltag schnell rächt.

Empfehlungen:

  • Helle Grundbeleuchtung über der Arbeitsfläche (mindestens 500 Lux)
  • Unterbauleuchten unter den Oberschränken für blendfreies Arbeitslicht
  • Pendelleuchten über der Kücheninsel als Akzent und Funktionslicht
  • Separate Beleuchtung für den Essbereich, warmer und dimmbarer
  • Lichtfarbe: neutralweiß (4.000 K) an der Arbeitsfläche, warmweiß (2.700 K) im Essbereich

Die DIN EN 12464 empfiehlt für Arbeitsplätze im Küchenbereich mindestens 500 Lux. Helle Oberflächen und glänzende Fronten helfen, das Licht im Raum zu verteilen – bei dunklen Küchen sollte die Lichtplanung entsprechend großzügiger dimensioniert werden.

Badezimmer

Im Bad gelten besondere Anforderungen – sowohl technisch (Schutzklassen IP44/IP65 in Nassbereichen) als auch funktional. Das Licht muss für die morgendliche Routine ebenso taugen wie für ein entspanntes Abendband.

Empfehlungen:

  • Spiegelleuchten seitlich des Spiegels für schattenfreies Gesichtslicht (besser als Deckenspots von oben)
  • Deckenleuchte für allgemeine Grundhelligkeit
  • Optionale Hintergrundbeleuchtung der Badewanne für Abendstimmung
  • Human Centric Lighting: morgendlich kühles, aktivierendes Licht – abends warmes, beruhigendes Licht
  • Lichtfarbe: abstimmbar oder festes neutralweiß (3.000–4.000 K)

Am Waschtisch und Spiegel sind 500 Lux für eine gute Sehleistung empfehlenswert. Tageslicht im Bad – wo vorhanden – sollte unbedingt genutzt werden, auch wenn Blickschutz durch Milchglas oder Folierung notwendig ist. Ein Nordfenster im Bad liefert zwar wenig Sonne, aber gleichmäßiges, blendfreies Tageslicht den ganzen Tag.

Schlafzimmer

Das Schlafzimmer braucht Licht, das zur Ruhe einlädt. Helles, blaustichiges Licht am Abend stört die Melatoninproduktion und erschwert das Einschlafen. Gleichzeitig ist gutes Leselicht am Bett ein echter Komfortgewinn.

Empfehlungen:

  • Keine helle Deckenleuchte als einzige Lichtquelle
  • Wandleuchten oder Pendelleuchten beidseitig des Bettes
  • Separate Schaltung links und rechts
  • Dimmfunktion zwingend erforderlich
  • Lichtfarbe: warmweiß, 2.700 Kelvin
  • Optional: Lichtszenen für Aufwachen (Tageslichtsimulation) und Einschlafen

Die Grundhelligkeit im Schlafzimmer sollte abends auf unter 50 Lux gedimmt werden können – das unterstützt die natürliche Melatoninproduktion. Morgens hingegen kann helles, kühles Licht oder Tageslichtsimulation das Aufwachen erleichtern. Wie viel Tageslicht das Schlafzimmer erhält, beeinflusst maßgeblich, wie viel Kunstlicht tagsüber benötigt wird.

Flur und Treppenhaus

Flur und Treppenhaus werden oft stiefmütterlich behandelt – dabei sind sie die erste und letzte Raumwahrnehmung im Alltag. Gleichzeitig sind sie sicherheitsrelevant: Stürze auf der Treppe passieren häufig bei schlechtem Licht.

Empfehlungen:

  • Orientierungslicht auf jeder Treppenstufe oder am Handlauf
  • Bewegungsmelder für nächtliche Orientierung ohne volle Helligkeit
  • Ausreichend Lux im Eingangsbereich für sicheres Ankommen
  • Akzentlicht kann hier den Raum wirken lassen – Wandfluter, Nischen, Bilde

Kinderzimmer

Kinderzimmer sind Multifunktionsräume: Spielen, Lernen, Schlafen – oft alles in einem. Die Lichtplanung muss mitwachsen.

Empfehlungen:

  • Helle, gleichmäßige Grundbeleuchtung für Spielbereiche
  • ezieltes Schreibtischlicht für die Hausaufgaben
  • immbares, warmes Licht für die Schlafenszeit
  • Nachtlicht mit geringer Lichtmenge und warmem Ton
  • Robust und kindgerecht – keine Pendelleuchten in Griffhöhe

Arbeitszimmer / Homeoffice

Im Homeoffice gelten ähnliche Anforderungen wie im Büro: blendfreies, ausreichend helles Arbeitslicht, das ermüdungsfreies Arbeiten ermöglicht.

Empfehlungen:

  • Mindestens 500 Lux auf der Arbeitsfläche
  • Keine Reflexionen auf dem Bildschirm (Leuchtenposition beachten)
  • Indirekte Deckenbeleuchtung als Ergänzung
  • Tageslichtergänzung: Human Centric Lighting unterstützt Konzentration
  • Lichtfarbe: neutralweiß bis tageslichtweiß (4.000–5.000 K)

Für Büroarbeitsplätze gilt nach DIN EN 12464-1 ein Mindestwert von 500 Lux auf der Arbeitsfläche. Tageslicht sollte möglichst von der Seite einfallen – nicht von vorne (Blendung durch den Bildschirm) und nicht von hinten (Reflexion im Monitor). Ein gut ausgerichtetes Fenster mit regulierbarem Sonnenschutz ist die beste Ergänzung zur künstlichen Beleuchtung.

Helligkeit und Lux-Richtwerte – wie hell sollten Ihre Räume beleuchtet sein?

Lux ist die Einheit für die Beleuchtungsstärke – also die Lichtmenge, die auf einer Fläche ankommt. Sie ist eine der wichtigsten Kenngrößen in der professionellen Lichtplanung und bestimmt maßgeblich, ob ein Raum hell genug für seine Nutzung ist.

Eng verwandt – aber nicht dasselbe – ist der Begriff Lumen (lm). Lumen beschreibt den Lichtstrom einer Lichtquelle, also die gesamte abgegebene Lichtmenge. Lux hingegen beschreibt, wie viel davon tatsächlich auf einer bestimmten Fläche ankommt. Vereinfacht gesagt: Lumen ist die Leistung der Lichtquelle, Lux ist das Ergebnis im Raum.

Ein Beispiel: Eine Leuchte mit 1.000 Lumen beleuchtet einen kleinen Raum deutlich heller als denselben Raum in doppelter Größe – der Lumenwert bleibt gleich, der Luxwert sinkt. Für die Lichtplanung sind daher beide Größen relevant: Lumen hilft bei der Auswahl des richtigen Leuchtmittels, Lux bewertet das Ergebnis im konkreten Raum.

Wichtiger Hinweis vorab: Die folgenden Richtwerte sind Orientierungswerte für typische Nutzungssituationen. Wie hell ein Raum tatsächlich wirkt und wie viel Kunstlicht benötigt wird, hängt von vielen weiteren Faktoren ab – insbesondere von:

  • Wandfarbe und Oberflächenmaterialien – Dunkle Wände, dunkles Parkett oder matte Oberflächen absorbieren Licht stark. Ein Raum mit dunkelgrauer Wandfarbe und Betonboden benötigt deutlich mehr Lichtleistung als derselbe Raum in Weiß mit hellem Parkettboden, um dieselbe wahrgenommene Helligkeit zu erreichen.
  • Raumgröße und Raumhöhe – Hohe Decken verteilen Licht anders als niedrige. Große Räume benötigen mehr Lichtpunkte.
  • Tageslichtanteil – Ein helles Südzimmer mit großen Fenstern braucht tagsüber kaum Kunstlicht; ein nordseitiger Flur ohne Fenster ist auf Kunstlicht angewiesen.
  • Alter der Bewohner – Mit zunehmendem Alter benötigen Menschen mehr Licht für dieselbe Sehleistung. Für Bewohner ab 60 Jahren sollten die Richtwerte um 50–100 % erhöht werden.
  • Nutzungsintensität – Ein Arbeitszimmer, das täglich acht Stunden genutzt wird, stellt andere Anforderungen als ein gelegentlich genutztes Gästezimmer.

Richtwerte Beleuchtungsstärke nach Raum:

Raum Empfohlene Beleuchtungsstärke Hinweis
Wohnzimmer (allgemein) 100–300 Lux Je nach Aktivität; Lesen: 500 Lux lokal
Esszimmer 200–300 Lux Über dem Tisch höher, Umfeld gedimmter
Küche (Arbeitsfläche) 500 Lux Normgerecht für Arbeitsbereich
Küche (allgemein) 200–300 Lux Grundhelligkeit
Bad (allgemein) 200–300 Lux Column 3 Value 5
Bad (Spiegel/Waschtisch) 500 Lux Für Schminken, Rasieren
Schlafzimmer (allgemein) 100–150 Lux Abends deutlich gedimmt
Schlafzimmer (Lesen) 300–500 Lux Lokal am Bett
Kinderzimmer (Spielen) 300 Lux
Kinderzimmer (Hausaufgaben) 500 Lux  Lokal am Schreibtisch
Arbeitszimmer / Homeoffice 500 Lux DIN EN 12464 für Büroarbeitsplätze
Flur / Treppenhaus 100–200 Lux Sicherheitsrelevant; nachts: 5–10 Lux Orientierungslicht
Garage / Keller 200–300 Lux Bei Werkstattnutzung: 500 Lux
Außenbereich / Einfahrt 50–100 Lux Orientierung und Sicherheit
Terrasse 50–150 Lux Je nach Nutzung

Zum Vergleich: Ein bedeckter Himmel liefert draußen ca. 5.000–20.000 Lux, direktes Sonnenlicht bis zu 100.000 Lux. Unsere Augen sind also auch bei 500 Lux im Innenraum bereits in einem deutlich reduzierten Helligkeitsbereich – was zeigt, wie anpassungsfähig das menschliche Auge ist und warum das subjektive Helligkeitsempfinden nicht immer mit den Messwerten übereinstimmt.

Praxistipp: Lassen Sie sich im Planungsgespräch nicht nur Luxwerte nennen, sondern auch die Gleichmäßigkeit der Beleuchtung besprechen. Ein Raum mit 500 Lux an einer Stelle und 50 Lux an einer anderen wirkt unangenehm und unruhig – gleichmäßige Lichtverteilung ist oft wichtiger als reine Helligkeit.

Lichtplanung Haus: Neubau vs. Sanierung

Neubau – der Idealfall

Im Neubau ist die Lichtplanung am einfachsten umzusetzen, weil Leitungen, Schalter und Auslässe von Anfang an optimal positioniert werden können. Hier lohnt es sich besonders, frühzeitig einen Lichtplaner einzubeziehen – idealerweise gleichzeitig mit dem Innenarchitekten, bevor die Elektroplanung abgeschlossen ist.

Was im Neubau besonders wichtig ist:

  • Ausreichend Lichtauslässe einplanen (lieber einen mehr als einen zu wenig)
  • Getrennte Schaltkreise für Grund-, Zonen- und Akzentlicht
  • Vorinstallation für Smart-Home-Systeme (DALI, KNX, Casambi)
  • Dimmer von Anfang an einplanen
  • Außenbeleuchtung nicht vergessen: Einfahrt, Terrasse, Gartenwege

Sanierung – Machbares und Grenzen

Bei der Sanierung sind die Möglichkeiten eingeschränkter – bestehende Leitungen und Kanalführungen setzen Grenzen. Trotzdem lässt sich auch im Bestand viel erreichen: Funkbasierte Systeme wie Casambi ermöglichen smarte Lichtsteuerung ohne neue Leitungen, Aufputz-Lösungen bieten Flexibilität, und gezielte Ergänzungen wie Stehleuchten oder Akku-Leuchten verbessern die Lichtqualität ohne Eingriff in die Bausubstanz.

Wichtig bei der Sanierung: Prüfen Sie zunächst die bestehende Elektroinstallation auf Zustand und Erweiterbarkeit. Alte Leitungen ohne Schutzleiter sind nicht für moderne Dimmersysteme geeignet.

Lichtfarbe, Farbtemperatur und Leuchtmittel – das unterschätzte Thema

Wer Leuchten kauft, denkt oft zuerst an Design und Helligkeit – die Lichtfarbe und die Wahl des richtigen Leuchtmittels werden dabei häufig vernachlässigt. Dabei sind beide entscheidend für die Wirkung eines Raumes.

Lichtfarbe und Farbtemperatur

Lichtfarbe wird in Kelvin (K) angegeben:

  • 2.700 K – warmweiß: gemütlich, entspannend, ideal für Wohnzimmer, Schlafzimmer, Esszimmer
  • 3.000 K – warmweiß bis neutralweiß: vielseitig einsetzbar, guter Kompromiss für Küche und Bad
  • 4.000 K – neutralweiß: sachlich, konzentrationsfördernder, gut für Büro, Arbeitsflächen
  • 5.000–6.500 K – tageslichtweiß: aktivierend, ähnlich Tageslicht, für Arbeitsräume oder spezielle Anwendungen

Wichtig: Mischen Sie nicht zu viele unterschiedliche Lichtfarben in einem Raum – das wirkt unruhig und unharmonisch. Im Wohnbereich empfehlen wir durchgängig warmweiße Töne (2.700–3.000 K).

👉 Alles zum Thema Lichtfarbe und Farbtemperatur

Das richtige Leuchtmittel: Warum heute LED erste Wahl ist

Bei der Wahl des Leuchtmittels führt heute kein Weg an LED vorbei – und das aus gutem Grund. LED-Leuchtmittel verbrauchen gegenüber klassischen Glühlampen bis zu 90 % weniger Energie bei gleicher Lichtleistung, erreichen Lebensdauern von 25.000 bis 50.000 Stunden und sind in nahezu allen Lichtfarben, Bauformen und Abstrahlwinkeln erhältlich.

Für die Lichtplanung im Haus sind folgende Eigenschaften besonders relevant:

  • Dimmbarkeit – Nicht jedes LED-Leuchtmittel ist dimmbar. Achten Sie beim Kauf auf die explizite Kennzeichnung und die Kompatibilität mit dem verwendeten Dimmer. Minderwertiger Leuchtmittel neigen beim Dimmen zu Flimmern oder Geräuschen.
  • Farbwiedergabeindex (CRI/Ra) – Der CRI gibt an, wie natürlich Farben unter dem jeweiligen Licht wirken. Für Wohnräume empfehlen wir mindestens Ra 90, für Bäder und Arbeitsräume Ra 90–95. Günstige LED-Leuchtmittel liegen oft nur bei Ra 80 – das reicht für Flure, nicht aber für Räume, in denen Farbtreue wichtig ist.
  • Keine UV- und Wärmestrahlung – LED strahlt kaum UV und deutlich weniger Wärme ab als Halogen. Das schont empfindliche Materialien, Kunstwerke und Lebensmittel.
  • Retrofit vs. integrierte LED – Retrofit-Leuchtmittel (Schraubfassung E27, E14 oder GU10) lassen sich bei Defekt einfach austauschen. Leuchten mit fest integrierter LED sind oft kompakter und effizienter, erfordern aber bei Defekt den Austausch der gesamten Leuchte – ein Aspekt, der bei hochwertigen Designleuchten bedacht werden sollte.

Kurz gesagt: Das beste Lichtkonzept entfaltet seine Wirkung nur mit den richtigen Leuchtmitteln. Qualität zahlt sich hier langfristig aus – bei Energiekosten, Wartungsaufwand und Lichtqualität.

👉 Alles zum Thema Lichtfarbe und Farbwiedergabeindex

Smart Home Lichtsteuerung

Moderne Lichtplanung denkt die Steuerung von Anfang an mit. Smarte Lichtsysteme ermöglichen es, Lichtszenen zu programmieren, Helligkeit und Lichtfarbe situativ anzupassen und das Licht mit anderen Haustechniksystemen zu verknüpfen.

Relevante Systeme für private Wohnhäuser:

Casambi Funkbasiertes System, das per Bluetooth-Mesh ohne Hub auskommt. Besonders interessant für Sanierungen, da keine neuen Leitungen notwendig sind. Einfach zu bedienen, sehr zuverlässig.

KNX Das klassische Bussystem für anspruchsvolle Gebäudeautomation. Sehr leistungsfähig und flexibel, aber auch aufwendiger in Planung und Installation. Eher für große Objekte oder hohe Automatisierungsanforderungen.

DALI Standard für professionelle Lichtsteuerung, häufig im Gewerbebereich. Einzelne Leuchten lassen sich adressieren und individuell dimmen.

Proprietary Systeme Philips Hue, IKEA TRÅDFRI und andere Consumer-Systeme eignen sich für einfache Anwendungen und Nachrüstungen, haben aber Grenzen bei professionellen Anforderungen.

Unsere Empfehlung für private Neubauten: Casambi oder ein KNX-basiertes System – je nach Budget und Automatisierungsgrad.

Wann lohnt sich ein professioneller Lichtplaner?

Die kurze Antwort: fast immer – aber spätestens bei diesen Situationen:

  • Neubau eines Einfamilienhauses
  • Umfassende Kernsanierung
  • Hochwertige Innenausstattung, bei der das Licht zur Wirkung beitragen soll
  • Offene Grundrisse mit komplexen Raumsituationen
  • Gewerbliche Nutzung (Büro, Praxis, Gastronomie)
  • Smart-Home-Integration mit hohem Automatisierungsgrad

Ein professioneller Lichtplaner entwickelt nicht nur ein ästhetisch überzeugendes Konzept – er denkt Normen, Energieeffizienz, Steuerung und die Koordination mit anderen Gewerken von Anfang an mit.

Was kostet eine Lichtplanung für ein Haus?

Die Kosten für eine professionelle Lichtplanung sind transparenter, als viele denken.

Bei LAMPADA gilt ein klares Modell:

Planungshonorar: 12 € pro m²

Rechenbeispiel Einfamilienhaus (Neubau, 150 m² Wohnfläche): 12 € × 150 m² = 1.800 € Planungshonorar

Teilerstattung beim Leuchtkauf: Wird beim Leuchteinkauf ein Warenwert von mindestens dem Siebenfachen des Planungshonorars erreicht, erhalten Sie 50 % des Honorars gutgeschrieben.

Im obigen Beispiel: Leuchteinkauf ab 12.600 € → 900 € Honorar-Gutschrift → effektives Planungshonorar: 900 €

Das macht professionelle Lichtplanung für ein Haus deutlich zugänglicher, als viele vermuten. Und angesichts der langfristigen Wirkung auf Wohnqualität und Energieeffizienz ist es eine Investition, die sich rechnet.

Checkliste: Lichtplanung Haus – das sollten Sie vor dem Gespräch mit dem Lichtplaner vorbereiten

Damit Ihr erstes Planungsgespräch so effizient wie möglich wird, helfen folgende Unterlagen und Überlegungen:

Unterlagen:

  • Grundriss aller Etagen (PDF oder DWG)
  • Angaben zur Raumhöhe
  • Fotos bestehender Räume (bei Sanierung)
  • Position vorhandener Stromauslässe (bei Sanierung)

Inhaltliche Vorbereitung:

  • Welche Nutzungsszenarien gibt es pro Raum?
  • Welcher Stil soll das Haus haben (modern, klassisch, reduziert, warm)?
  • Gibt es Wünsche zu Smart Home oder Lichtsteuerung?
  • Gibt es bestimmte Leuchten oder Hersteller, die Sie bevorzugen?
  • Was ist das ungefähre Budget für Leuchten?

Was uns auszeichnet

Seit über 50 Jahren gestalten wir hochwertige Lichtlösungen für private, gewerbliche und öffentliche Projekte – in Deutschland, Österreich, Prag und anderen Ländern. Unser interdisziplinäres Team aus Lichtplanern begleitet Sie vom ersten Entwurf bis zur Umsetzung. In unserem 450 m² großen Showroom in Nürnberg beraten wir Sie persönlich. Dank unserer überregionalen Erfahrung betreuen wir Projekte nicht nur in Regensburg, München, Frankfurt, Bayreuth und Jena, sondern auch in vielen weiteren Städten – zuverlässig, präzise und gestalterisch auf höchstem Niveau.

Beleuchtung live erleben – besuchen Sie unseren Showroom

Nur eine Stunde von Regensburg entfernt: In unserem 450 m² großen Showroom in Nürnberg erleben Sie hochwertige Leuchten live. Unsere Expert:innen beraten Sie persönlich zu Technik, Design und Lichtwirkung. Mit über 50 Jahren Erfahrung sind wir Ihr kompetenter Partner rund ums Licht. Unsere Kund:innen schätzen uns als zuverlässigen Experten für durchdachte Lichtplanung, der funktionale Anforderungen mit gestalterischer Finesse verbindet.

Ein besonderes Highlight: unsere White Box

In unserer eigens entwicklenten White Box demonstrieren wir Ihnen die vielfältigen Lichtstimmungen ausgewählter Leuchten unter realistischen Bedingungen.

Fazit: Lichtplanung Haus – früh anfangen, richtig machen

Gutes Licht entsteht nicht zufällig. Es ist das Ergebnis sorgfältiger Planung, die Funktion, Ästhetik, Technik und individuelle Lebensgewohnheiten zusammendenkt. Wer die Lichtplanung für sein Haus ernst nimmt und frühzeitig angeht, schafft Räume, die wirklich funktionieren – und in denen man sich jeden Tag wohlfühlt.

LAMPADA begleitet Sie dabei von der ersten Idee bis zur fertigen Umsetzung. Mit über 50 Jahren Erfahrung, einem 450 m² großen Showroom in Nürnberg und einem Team aus erfahrenen Lichtplanern sind wir Ihr Partner für professionelle Lichtplanung – egal ob Neubau, Sanierung oder gezielte Aufwertung einzelner Räume.

Anfrage für eine Lichtplanung

Sie wünschen sich eine stimmungsvolle, funktionale und energieeffiziente Beleuchtung im Innen- und Außenbereich? Unsere erfahrenen Lichtplaner stimmen mit ganzheitlichen Lichtkonzepten die Beleuchtung Ihrer Wohn- und Arbeitsräume nach ästhetischen und energieeffizienten Gesichtspunkten genau auf Ihre individuellen Bedürfnisse ab.

Damit sich unsere Lichtplaner einen genauen Überblick über Ihr Lichtprojekt verschaffen können, benötigen wir noch ein paar weitere Informationen von Ihnen. Füllen Sie dazu einfach unverbindlich das nachfolgende Formular möglichst vollständig aus.

Erzählen Sie uns mehr von Ihrem Projekt oder rufen Sie uns an.

Nutzung des Objektes
Räume / Bereiche
Elektrische Auslässe

Ihre Kontaktdaten

Sobald unsere Lichtplaner Ihre Anfrage bearbeitet haben, setzen wir uns telefonisch oder per E-Mail mit Ihnen in Verbindung, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Anlagen hinzufügen

Hier können Sie uns Ihre Pläne, Bilder und andere wichtigen Dokumente anhängen.

Erlaubte Formate sind .jpg, .png, .pdf, .gif, .xls, .zip, .rar bis jeweils 50Mb
Laden Sie Ihre Dateien hier hoch.

Mit Senden des Formulars bestätigen Sie, dass Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen haben und damit einverstanden sind, dass die von Ihnen angegebenen Daten elektronisch erhoben und gespeichert werden. Ihre Daten werden dabei streng zweckgebunden zur Bearbeitung Ihrer Anfrage genutzt.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Lichtplanung

Was bedeutet IP-Schutzart bei Außenleuchten?2026-04-17T06:33:25+02:00

Die IP-Schutzart gibt an, wie gut eine Leuchte gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt ist. Für überdachte Außenbereiche wie Carports oder Vordächer ist IP44 ausreichend. Für ungeschützte Außenbereiche sollte die Leuchte mindestens IP65 haben. Für Bodeneinbauleuchten oder Unterwasseranwendungen im Teich sind IP67 oder IP68 erforderlich. Im Innenbereich spielt der IP-Schutzgrad nur im Badezimmer eine Rolle – dort gelten je nach Abstand zur Nasszelle unterschiedliche Anforderungen.

Kann ich Tageslicht in meine Lichtplanung einbeziehen?2026-04-17T06:32:36+02:00

Unbedingt – Tageslicht sollte sogar der Ausgangspunkt jeder Lichtplanung sein. Natürliches Licht ist die gesündeste und stimmungsvollste Lichtquelle überhaupt. Eine gute Lichtplanung analysiert zunächst, wie viel Tageslicht welcher Raum zu welcher Tageszeit erhält – und ergänzt dann gezielt mit Kunstlicht, wo und wann es nötig ist. Helle Wandfarben, gut positionierte Fenster und Lichtlenksysteme können den Tageslichtanteil erheblich steigern und den Bedarf an Kunstlicht reduzieren.

Sind LED-Leuchtmittel wirklich so viel besser als andere Leuchtmittel?2026-04-17T06:32:12+02:00

Ja – und das nicht nur beim Energieverbrauch. LED-Leuchtmittel verbrauchen bis zu 90 % weniger Strom als klassische Glühlampen, erreichen Lebensdauern von 25.000 bis 50.000 Stunden und sind mittlerweile in allen Lichtfarben, Bauformen und Abstrahlwinkeln erhältlich. Für eine hochwertige Lichtplanung empfehlen wir LED-Leuchtmittel mit einem Farbwiedergabeindex von mindestens Ra 90 – günstigere Produkte liegen oft nur bei Ra 80, was Farben flacher und weniger natürlich wirken lässt.

Welche Lichtfarbe ist für Wohnräume am besten geeignet?2026-04-17T06:31:36+02:00

Für Wohnräume empfehlen wir warmweißes Licht mit 2.700 bis 3.000 Kelvin. Diese Lichtfarbe wirkt gemütlich und entspannend und passt zu Wohnzimmer, Esszimmer und Schlafzimmer. Für Arbeitsbereiche und Küchen kann neutralweißes Licht (4.000 K) sinnvoller sein. Grundsätzlich gilt: Mischen Sie innerhalb eines Raumes keine stark unterschiedlichen Lichtfarben – das wirkt unruhig und unharmonisch.

Wie viel Lux sind in Wohnräumen empfehlenswert?2026-04-17T06:31:07+02:00

Das hängt stark von Nutzung, Raumfarben und Tageslichtanteil ab. Als Orientierung: Im Wohnzimmer genügen für allgemeine Aktivitäten 100–300 Lux, zum Lesen sollten es lokal mindestens 500 Lux sein. In der Küche sind an der Arbeitsfläche 500 Lux normgerecht, im Schlafzimmer reichen abends 50–100 Lux. Wichtig: Dunkle Wände und Böden schlucken Licht erheblich – in solchen Räumen muss die Lichtplanung entsprechend großzügiger dimensioniert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Lumen und Lux?2026-04-17T06:30:33+02:00

Lumen (lm) beschreibt die gesamte Lichtmenge, die eine Lichtquelle abstrahlt – also die Leistung des Leuchtmittels. Lux (lx) beschreibt, wie viel dieser Lichtmenge tatsächlich auf einer bestimmten Fläche ankommt. Vereinfacht: Lumen ist das, was die Leuchte liefert – Lux ist das, was im Raum ankommt. Für die Auswahl des richtigen Leuchtmittels ist Lumen relevant, für die Bewertung der tatsächlichen Raumhelligkeit ist Lux die entscheidende Größe.

Brauche ich wirklich einen professionellen Lichtplaner – oder reicht die Beratung im Baumarkt?2026-04-17T06:29:43+02:00

Für einfache Nachrüstungen und einzelne Räume kann eine gute Fachhandelsberatung ausreichen. Für einen Neubau, eine umfassende Sanierung oder hochwertige Innenausstattung empfehlen wir klar einen professionellen Lichtplaner. Der Unterschied liegt nicht nur im Ergebnis – ein Lichtplaner denkt Schaltkreise, Normen, Steuerung und die Koordination mit anderen Gewerken von Anfang an mit. Fehler, die in der Planungsphase vermieden werden, sind deutlich günstiger als Korrekturen auf der Baustelle oder nach dem Einzug.

Wann sollte ich mit der Lichtplanung für mein Haus beginnen?2026-04-17T06:29:17+02:00

So früh wie möglich – idealerweise parallel zur Elektroplanung, bevor die Leitungen verlegt werden. Im Neubau bedeutet das: spätestens in der Entwurfsphase, bevor der Elektriker seine Ausführungsplanung abschließt. Wer zu spät plant, kann zwar noch vieles korrigieren, aber oft nur mit erheblichem Mehraufwand. Bei einer Sanierung gilt: Sobald feststeht, welche Wände geöffnet werden, sollte die Lichtplanung auf dem Tisch liegen.

Lichtplanung leicht gemacht

Aktuelle Neuheiten im Online-Shop

10 Euro Gutschein sichern*

Newsletter von LAMPADA

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Informationen rund ums Thema “Licht”. Von Sonderaktionen bis hin zu aktuellen Lichttrends informieren wir Sie in regelmäßigen Abständen über Neuigkeiten aus dem Hause LAMPADA.

*ab einem Mindestkaufpreis von 150€. Eine Abmeldung ist jederzeit möglich über den Abmeldelink, den Sie in jedem Newsletter finden oder per E-Mail an info@lampada.de. Weitere Informationen erhalten Sie in der Datenschutzerklärung.

Nach oben